Autor Thema:  Washing und seine tücken  (Gelesen 1567 mal)

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Offline wwwiesel

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Washing und seine tücken
« am: 08. Juli 2016, 10:35:50 »

Hi,

zum Thema washing gibt es ja doch recht viel im Netz, Youtube und co helfen ja auch.

Allerdings durch die ganze Informationsflut konnte ich mein problem leider noch nicht wirklich lösen. Was mir leider das öfteren passiert ist das ich ein Modell habe und es so richtig einsaue mit hoch verdünnter Farbe oder auch gerne mal mit Ink (habe ich vom Miniaturen bemalen) Nur trocknet leider die "Pampe" viel zu schnell und es entstehen hässliche "Wasserränder" was das schnell unnatürlich aussehen lässt.

Wie handhabt ihr das? wie bekomme ich die Ränder wieder los? oder macht es sinn einfach ein pre shading durchzuführen und beispielsweise die INK in die panels ziehen zu lassen?

Teilweise hab ich auch modelle gesten die ohne ein Washing teilweise sogar besser aussehen als mit washing. Washt ihr jedes Modell?

Momentan versuche ich für mich zu sortieren wann ich welches weathering anweden soll. Die Ink verwende ich eigentlich nur für Miniaturen (Figuren)...

Jemand Tipps oder ähnliches?

Vielen Dank vorab.

Offline Sheriff

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #1 am: 08. Juli 2016, 10:53:12 »
Ein Wash ist nur ein Mittel (dünne Farbe). Die Methode, die du anwendest, bestimmst du selbst, je nach dem was du erreichen willst.

Willst du die Panellines hervorheben, dann lässt du dein Wash nur in die Panellines laufen.
Willst du das Modell verschmutzen, dann darf die Farbe auch über die Flächen laufen.
  -> Ein Filter/Lasur wirkt ähnlich, nur, dass du die Farbe auf allen Flächen ganz gleichmäßig aufträgst.

Tipp:
Wenn du das Wash auf Flächen aufträgst, dann immer nur soviel, dass du die überschüssige Farbe noch vor dem Trocknen mit einem Tuch oder dem Pinsel wieder aufnehmen kannst.
Gruß, René 

Offline wwwiesel

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #2 am: 08. Juli 2016, 11:31:51 »
Ein Wash ist nur ein Mittel (dünne Farbe). Die Methode, die du anwendest, bestimmst du selbst, je nach dem was du erreichen willst.

Willst du die Panellines hervorheben, dann lässt du dein Wash nur in die Panellines laufen.
Willst du das Modell verschmutzen, dann darf die Farbe auch über die Flächen laufen.
  -> Ein Filter/Lasur wirkt ähnlich, nur, dass du die Farbe auf allen Flächen ganz gleichmäßig aufträgst.

Tipp:
Wenn du das Wash auf Flächen aufträgst, dann immer nur soviel, dass du die überschüssige Farbe noch vor dem Trocknen mit einem Tuch oder dem Pinsel wieder aufnehmen kannst.

schon klar... nur wenn ich wenig wash auftrage trocknet das zu schnell... ggf liegts auch aktuell am wetter... andererseits habe ich mir überlegt dann mit verdünner vorsichtig die ränder weg zu wischen...


Offline Sheriff

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #3 am: 08. Juli 2016, 11:48:01 »
Verdünner? Was für einer?
Washst du mit Ölfarben?

Wenn du Acrylfarben verwendest, reicht Wasser zum Verdünnen. Das trocknet dir nicht so schnell weg. Lösemittelhaltige Verdünner sind ja sehr flüchtig.
Gruß, René 

Offline wwwiesel

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #4 am: 08. Juli 2016, 11:57:10 »
in der Regel nehme ich Acryl zum washen. Es kommt aber auch drauf an was ich washen will... Figuren oder so werden bei mir ge'ink'ed, da sind auch die flächen kleiner...

nehme ich Acryl zum washen habeich ja auch die hässlichen Wasserränder.

Was ich noch probieren will ist pigmente in wasser aufzulösen und dann diese übers modell schmieren...


Offline Kleinalrik

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #5 am: 08. Juli 2016, 12:19:45 »
Wasserränder, sog. "Kaffeeflecken" sind eine Folge der Oberflächenspannung der Washflüssigkeit. Passiert deswegen fast ausschließlich bei wasserbasierten Washes.

Durch die Oberflächenspannung behält der Wassertropfen während des Trocknungsprozesses seine Form weitestgehend bei. Er wird zwar flacher, besitzt aber bis fast zuletzt seinen ursprünglichen Umriss. An den Rändern dieses Tropfens verdichten sich dann nach und nach die Pigmente, bis sie zuletzt die Umrisse des ehemaligen Tropfens nachzeichnen und auf dem Modell verewigen.

Bei wasserbasierten Washings kannst du die Oberflächenspannung mittels Zugabe von Spülmittel brechen.
Ich persönlich habe aber trotzdem mit Wasserwashes Probleme.

Die meisten öl- / verdünnerbasierten Washes haben das Problem nicht. Sie ziehen sich während des Trocknungsprozesses gleichmäßig zusammen und hinterlassen eine gleichmäßig dichterwerdende Pigmentschicht zum Zentrum hin.

Darum mache ich persönlich Washes vorzugsweise mit Terpentinöl und Ölfarben.
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Offline Sheriff

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #6 am: 08. Juli 2016, 12:57:15 »
Pigmente in Wasser aufzulösen bringt dir die benannten Wasserränder.
Acrylfarben verdünnst du am besten immer (wenn nicht mit Wasser) mit dem markeneigenen Verdünner. Alle anderen funltionieren nicht immer perfekt.

"übers Modell schmieren"  :nein:
Wirklich immer nur soviel Wash auf der Fläche verteilen wie du brauchst. Überschuss sofort wieder aufnehmen.
Wenn du kleinere Flächen auf dem Modell hast, die durch Panellines getrennt sind, arbeite die nacheinander einzeln ab.

Gruß, René 

Offline joeydee

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #7 am: 08. Juli 2016, 13:02:13 »
Ich nehme Glasreiniger zum Verdünnen für Acrylfarben und feuchte die Oberfläche vorher leicht an (nur soviel dass sie feucht wirkt, nicht nass), das verhindert meist Kaffeeflecken weil erst gar keine Tropfengrenze entsteht und man kann sie auch leichter blenden. Das mit dem Trocknen ist Übungssache, auch hier kann man den richtigen Zeitpunkt verpassen.
Washen im Sinne von Weathern mittels stark verdünnter Farben mache ich auch nur gezielt, auf Flächen meist schwammgetupft in mehreren Farben und Layern und dann nochmal in Form von Streaks, immer vom Ende zum Anfang gezogen (d.h. bei Regenwasser von unten nach oben), und nie zu viel Flüssigkeit auf einmal.

Washen im Sinne von nass einlullern, abwischen, und hoffen dass in den Vertiefungen genug dunklere Farbe hängenbleibt, mache ich praktisch nicht, höchstens mal als eine Art Preshading. Panellines werden gezielt angegangen wie schon beschrieben, vorher auch angefeuchtet.

Mal zwei Beispiele davon, kann mir nicht vorstellen, dass die ohne Washes besser ausgesehen hätten ;)
Gruß
Jochen

Offline wwwiesel

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #8 am: 08. Juli 2016, 13:18:40 »
Oha, das sind ja viele Hinweise und man merkt das jeder so sein eigenes Vorgehen hat.

Vorher das Modell anfeuchten... mit einem kleinen Spüher oder so? oder mit dem Pinsel?

wie trocknet ihr die Modelle?

Bei Ölfarben dauert das trocknen länger, besteht da nicht die Gefahr vom verschmieren?

Ölfarben habe ich zuhause, allerdings noch nie groß eingesetzt, klarlack dann auf jeden fall drunter oder?


Offline Kleinalrik

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #9 am: 08. Juli 2016, 14:38:01 »
Ölfarben, Trocknungszeit und Verschmieren:

Das Ölwashing mache ich so ziemlich als letztes drauf, dann kann es mir wurscht sein, wie lange es trocknet.

Ansonsten gehe ich an Ölfarben und -washing erst nach zwei Tagen Trocknungszeit  wieder ran. Bzw. auch mal nach drei bis fünf Stunden. Da ist dann die Farbschicht fest genug geworden, dass ich sachte mit anderen Ölfarben drübermalen kann.

Klarlack: Ja, der Untergrund sollte mindestens seidenmatt oder glatter sein, sonst zieht sich das Ölwashing in die Grobstruktur des Mattanstriches wie in einen Schwamm.
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Offline wwwiesel

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #10 am: 08. Juli 2016, 14:53:13 »
verstehe... dann mal vielen Dank für die bisherigen Infos... ich werde einfach mal testen :)

Offline Kleinalrik

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #11 am: 08. Juli 2016, 15:06:45 »
Testen ist das richtige Wort.

Selbst wenn man sich buchstabengetreu an die Ratschläge anderer hält, findet man doch für sich selber heraus, dass die eine Technik bessere Ergebnisse bringt als die andere ach so kinderleichte und zuverlässige.

Ausprobieren, testen, machen.
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Offline PLASTINATOR

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #12 am: 08. Juli 2016, 19:50:45 »
Ich nehme Glasreiniger zum Verdünnen für Acrylfarben und feuchte die Oberfläche vorher leicht an


Interessant. Ich habe dafür bisher auch immer Spüli genommen, werde das aber mal mit Glasreiniger probieren. Womit feuchtest Du denn die Oberfläche an, einfach ein feuchtes Tuch mit Wasser evtl. auch hier mit Glasreiniger oder doch konventionell mit dem Pinsel?



Gruß Olli, der Plastinator
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Offline Bernie

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #13 am: 08. Juli 2016, 20:20:50 »
Ich nehme auch Glasreiniger. Der hat gleich zwei Vorteile:

1. Oberflächenspannung wird gemindert
2. Es ist ein Trockenverzögerer enthalten

Außerdem gibt's den in verschiedenen Duftrichtungen ;) ;D
§ 328 StGB.:
(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, [...] wer eine nukleare Explosion verursacht.

Offline joeydee

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #14 am: 09. Juli 2016, 13:45:29 »
Anfeuchten mache ich mit Pinsel. Natürlich nur die Stelle die ich gerade bearbeite, nicht das komplette Modell auf einmal. Zu viel Feuchtigkeit nehme ich mit einem trockenen Küchenschwamm durch Tupfen wieder ab bzw. warte einfach.
Auch hier ist Probieren die einzig richtige Vorgehensweise :)
Gruß
Jochen

Offline Kleinalrik

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Re:Washing und seine tücken
« Antwort #15 am: 11. Juli 2016, 09:07:24 »
Außerdem gibt's den in verschiedenen Duftrichtungen ;) ;D

Totschlagargument! ;-D

Da Washing - wenn man's einmal beherrscht - so kinderleicht ist, ist man dazu geneigt, gleicht das gesamte Modell in einem Gang zu "waschen".

Ist das Modell komplett mit einem Wasserfilm umschlossen, gibt es aber kein Bremsen und Halten mehr für die Flüssigkeit. Bar jeder Trocknungsgrenzen zieht es die Flüssigkeit dorthin, wo es Herr Newton vorausberechnet hat. Die Flüssigkeit und mit ihr die Farbpigmente wandern zum untersten Punkt des Modells.

Deswegen immer nur segmentweise washen.
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