Autor Thema: Real Space VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht  (Gelesen 9362 mal)

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Real Space VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« am: 13. Oktober 2010, 13:14:03 »
Hallo zusammen,

ich möchte euch hier ein interessantes und ungewöhnliches Modell vorstellen und durch einen Baubericht näher bringen, nämlich die Raumsonde "VOYAGER" im Maßstab 1:30 vom Hersteller "Space Craft Science Kits", mit dem ich schließlich beim WDR bei der Sendung "Quarks & Co." dabei sein durfte.

Es handelt sich hierbei um ein Modell aus gelaserten und bedruckten, teilweise metallbeschichteten (gold + silber) Kartonteilen und einem Styroporteil für die Hochleistungsantenne. Fertig gebaut wird das Modell ca. 50 x 25 x 10 cm groß sein. Die Modelle dieses Herstellers werden recht günstig vertrieben, der "Trick" dabei ist, dass keine Anleitung beiliegt. Sie bezeichnen es als "Online Kit", d.h. die Bauanleitung ist als Website verfügbar und kann somit selber ausgedruckt werden.

Hier zunächst die beiden Bögen mit den Bauteilen:





Das Teil für die "High gain antenna":





« Letzte Änderung: 23. Februar 2019, 12:46:31 von TWN »
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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #1 am: 13. Oktober 2010, 13:14:22 »
Der erste Bauschritt bestand daraus, um den "Kragen" der HGA einen 6 mm breiten Streifen Klebeband anzubringen, um diesen zu schwärzen:



Nun musste die Mitte der HGA ausgemessen werden, um dort einen kreuzförmigen Einschnitt zu machen, jeweils 5 mm lang:



Dieser Einschnitt dient zur Aufnahme des sog. "Feedcone", der aus 2 Kartonbauteilen besteht:

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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #2 am: 13. Oktober 2010, 13:14:42 »
Als nächstes wurde die LGA (Low gain antenna) sowie das dazugehörende Dreibein zusammengebaut. Die Spitze der LGA ist ein goldbeschichtetes Bauteil, was man im folgenden Foto gut erkennen kann, der Durchmesser beträgt ca. 4 mm:



Cleverer Trick: Die Stützen des Dreibeins werden mit einem Stahllineal gaaaaaanz leicht angeknickt (mit der schmalen Kante des Lineals in die Mitte der jeweiligen Stütze drücken, auf einer weichen Unterlage), so bleiben sie nach dem aufrichten stabil - wobei der Knick so gut wie nicht zu sehen ist!



Die Position des Dreibeins muss wieder ausgemessen werden, die Stützen müssen dort aufgeklebt werden, wo der "Kragen" der HGA endet:




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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #3 am: 13. Oktober 2010, 13:15:06 »
Weiter gehts: Als nächstes muss ein ca. 7 x 3 mm großes Rechteck in die HGA geschnitten werden.



Dort hinein wird der "Sun Sensor" platziert:



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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #4 am: 13. Oktober 2010, 13:15:22 »
Als nächstes wird der "Space Craft Bus", die Trägerplatform der Antennen und Instrumentenmasten, gebaut. Als erstes die Seitenteile:



Die Oberseite wird als Spant zur Formgebung montiert:



Tank und "Canopus Target" hinzugefügt:



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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #5 am: 13. Oktober 2010, 13:15:39 »
Nun folgt die stabilisierende Gitterstruktur am Boden des SCB. So sieht das Teil flach aus:



Und so gefalzt und verklebt - aus 2D mach 3D!



Der SCB wird oben auf das Gitterwerk montiert:

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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #6 am: 13. Oktober 2010, 13:15:58 »
Das für heute letzte Teil ist der "Science Boom", der Wissenschaftsmast mit verschiedensten Sensoren und Experimenten. Das Teil:



...gefalzt und verklebt:

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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #7 am: 13. Oktober 2010, 13:16:25 »
Heute abend war unter anderem eines der optisch auffälligsten Bauteile an der Reihe (neben der prominenten HGA), nämlich der Magnetometermast, im Original ca. 12 Meter lang. Im Modell wird er durch 2 Bauteile gebildet, man kann auch eine platzsparende Version mit halbem Mast bauen, aber wer will denn sowas? Also da volle Programm. Zunächst der äußere Teil des Mastes als Bauteil (das grell reflektierende Teil ist mit Goldfolie beschichtet):



Vorsichtig der Länge nach 2x gefalzt (der Mast ist dreieckig) und sorgsam verklebt sieht er dann so aus:



Und weil's so schön ist dasselbe mit dem unteren Teil direkt nochmal:



Hier sind beide Maste fertig, die in den oberen Bildern noch zu sehenden "Verklebenasen" sind entfernt:



Zuguterletzt wurden beide Teile mit Bedacht miteinander verklebt. Wichtig ist die exakte Ausrichtung, sonst ist das Teil nachher sehr windschief. Die Gesamtlänge beträgt ca. 40 cm:

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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #8 am: 13. Oktober 2010, 13:16:41 »
Während der Trocknungspausen wurde noch nebenher das "Bordkraftwerk" zusammengebaut, bestehend aus 3 "Radioisotopen Thermo Generatoren" oder RTG, die zusammen im Neuzustand 315 Watt Leistung lieferten. Um später den Magnetometermast am RTG-Mast befestigen zu können wurde ein weiß lackierter Holzstab angeklebt (rechte Seite):



Es folgte das horizontale Bauteil sowie die vordere Strahlenabdeckung:



Soviel für heute. Vorbereitungen für eine passende Displaybase habe ich auch bereits getroffen, hier ein Appetithäppchen:

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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #9 am: 13. Oktober 2010, 13:16:58 »
Weiter geht's, der Bau der Voyager-Raumsonde nähert sich langsam aber sicher seiner Vollendung. Der RTG-Mast wurde an den Space Craft Bus montiert - noch ist er nicht waagerecht, das kommt später durch das Gewicht des Magnetometermastes:



Gegenüber des RTG wurde der Wissenschaftsmast verklebt. Dieser muss direkt korrekt waagerecht sein:



Als nächstes folgte die prägnante HGA, die Hochleistungsantenne. Ein wenig knifflig ist hier die korrekte Ausrichtung zur Ebene des Space Craft Bus, damit sie auch von allen Seiten betrachtet parallel dazu sitzt. Der Sun Sensor muss genau über der berühmten goldenen Platte (deren Inhalt man sich übrigens auf der NASA-Website ansehen und -hören kann an http://www.jpl.nasa.gov/multimedia/voyager_record/) der Frontseite sitzen:



Während dies alles vor sich hintrocknet hatte ich Zeit für den Ständer. Hier stand ich vor em Problem, dass das fertige Modell sehr leicht und wegen der langen Ausleger sehr instabil sein wird. Um zu vermeiden, dass es andauernd umfällt, muss also ein stabiler, abr nicht allzu großer Ständer her. Die Lösung fand ich im Baumarkt: ein hölzerner Türstopper mit Stahlkern, der trotz nur 10 cm Durchmesser 1 kg (!) wiegt. Darauf klebte ich das Coverbild der goldenen Platte:

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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #10 am: 13. Oktober 2010, 13:17:12 »
Nun war die Stabilisierung des Magentometermastes an der Reihe. Diese erfolgte mit Hilfe einer 1 mm durchmessenden Stahlstange, die in eine Ecke des Dreiecks der Mastseiten über die gesamte Länge montiert werden sollte.

Nur: Wie sollte ich diese Stange andrücken, bei einem 40 cm langen aber nur 3 mm Innenplatz bietenden Bauteil?

Tja, das Ding heißt "Magnetometer", oder?   8)

Also verwendete ich eine Reihe von Neodymium-Magneten, um die Stange von außen anzuziehen als Alternative zum andrücken von Innen:



Und wie nun Klebstoff zwischen Stange und Kartonteil bekommen? Hier half flüssiger Sekundenkleber von UHU, den ich mit dem Auftragepinsel einfach an den "Scharnieren" dazwischen laufen lies:

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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #11 am: 13. Oktober 2010, 13:17:32 »
Hochzeit!  :Freude.

Will sagen: Die letzten Teile wurden montiert - Magnetometer sowie die beiden Antennen für Plasma bzw. kosmische Strahlung, beide jeweils aus einem 0,5 mm durchmessenden, 20 cm langen Stahldraht gebildet. Alle Antennen im korrekten Winkel zueinander zu befestigen war gar nicht so einfach, hier wären 3-4 weitere Hände praktisch gewesen. Schließlich hat es aber dan doch geklappt. Hie ein Bild der fertigen Sonde auf ihrem Ständer (leicht "dynamisch schräg" montiert), weitere dann gleich in der Gallerie:



Mein Baufazit: Ein ungewöhnlicher Bausatz, die komplett gelaserten Teile sind erstaunlich stabil. Es wäre aber ein Fehler zu denken, es sein deshalb ein "Zusammensteckspiel für Kinderhände". Bedingt durch die filigranen Bauteile muss man beim Handling des Modelles durchaus eine gewisse Vorsicht walten lassen, auch sind viele Verklebungen sehr "optimistisch" angedacht, da man die Stellen kaum erreichen kann, ohne das ganze Modell mit Kleber einzusauen. Aber die Mühe lohnt, finde ich, denn das Endergebnis kann voll und ganz überzeugen und wird sicher ein Blickfang in meiner Modellvitrine.
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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #12 am: 13. Oktober 2010, 13:22:37 »
Ahhhhh! Ein Baubericht!!! ;D

Ich kann schon, wenn ich will...  ;)
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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #13 am: 13. Oktober 2010, 13:42:33 »
Vor allem die Teile vom Magnetometer-Mast sind sehr filigran - ist wohl Lasercut-Papier, oder...  :dontknow:

Äh, hast Du alles gelesen? In der 4. Zeile im ersten Posting steht dazu was...  :)
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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #14 am: 13. Oktober 2010, 16:29:40 »
Dabei gibt es bestimmt TONNENWEISE solche Kits, die nur keine Sau kennt!

Nein, nicht wirklich. Als Kartonmodell gibt es reichlich, aber nicht aus Plastik. Ich habe hier auch noch die Jupiter-Raumsonde GALILEO als Laser-Bausatz vom selben Hersteller wie die VOYAGER, nur noch mal deutlich detaillierter und filligraner. Der Galileo-Bausatz ist erheblich neuer als der der Voyager, daher die Unterschiede. Wenn es soweit ist poste ich auch davon einen Baubericht, aber das dauert noch. Erstmal ist die Moebius-Galactica dran, außerdem ein 1:288 Space Shuttle von Heller (identisch mit dem von Revell) mit Tank + Boostern, dass ich als "Moonraker 6" bauen werde.
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Re:VOYAGER Raumsonde 1:30 - Baubericht
« Antwort #15 am: 13. Oktober 2010, 16:53:14 »
Ich meinte auch als Resinkits.

Auch da gibt es kaum etwas. Leider.

EVA Models kenne ich, ich habe einige der "2001"-Minidioramen von ihm. Die waren wirklich allererste Güte!
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