Autor Thema: Macross 1:100 Destroid 'Nimrod' SDR-04-Mk. XIV (Macross) - WiP  (Gelesen 52 mal)

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Macross 1:100 Destroid 'Nimrod' SDR-04-Mk. XIV (Macross) - WiP
« am: 29. Juni 2020, 10:14:26 »




Die Idee, das Modell, der Zusammenbau:
Dies ist ein fiktiver Macross Destroid, mit einem stark modifizierten Imai Phalanx-Kit im Kern. Es zeigt einen potenziellen Nachfolger für den alleine mit schweren Raketen bewaffneten Phalanx, ist aber vollständig erfunden. Die Inspiration kam, als ich mir kürzlich eine Reihe von Kotobukiyas MSG-Sets für Mecha-Umbauten besorgte. Eines dieser Sets enthielt die Vierfach-Raketenwerfer, aus denen jetzt die neuen „Arme“ des Nimrod bestehen. Ich war zuerst unsicher zwischen der Verwendung eines Defenders oder eines Phalanx als Konvertierungsbasis, aber aufgrund der Sperrigkeit der Waffen-Pods entschied ich mich für die massivere Phalanx-Basis.
Abgesehen von den MSG-Teilen und dem Austausch der „Raketentrommeln“ vom Phalanx gab es zunächst keinen wirklichen Plan für den Umbau, die Dinge entwickelten sich spontan, hauptsächlich aufgrund der vorhandenen weiteren Spenderteilen.

Es wurden jedoch auch einige grundlegende Änderungen vorgenommen. Die wichtigste Verbesserungsmaßnahme, die für alle Destroid-Kits mit dem „04“-Chassis funktioniert, ist die Integration eines vollständig neuen Hüftgelenks. OOB ist die Pose des Models ziemlich steif, die Beine und Füße zeigen gerade nach vorne, so dass das Modell steht. Mit den OOB-Gelenkoptionen des Modells ist es allerdings wirklich schwierig, eine lebendige Haltung zu schaffen. Darüber hinaus können die Stifte, die die Beine im Becken halten, leicht abbrechen, zumal das Imai-Kit aus der ersten Generation von Mecha-Kits ohne Vinylkappen stammt und für den Halt von Körperteilen auf eine enge Plastik-auf-Plastik-Passung angewiesen ist.

Meine bewährte Lösung: die Implantation eines neuen Hüftknochens aus kunststoff-beschichtetem Stahldraht, der zwar in sich steif ist, aber zweidimensional gebogen werden kann, für eine offenere Beinstellung. Die Oberschenkel mussten entsprechend modifiziert werden, da der Draht viel dünner als die Original-Stifte ist. Innerhalb des Beckens wurde der W-förmige Draht mit Hilfe von Spritzling-Material und Styrolprofilen fixiert. Eine gründliche Befestigung ist erforderlich, da auf sehr kleinem Raum viel Last an Ort und Stelle gehalten werden muss.




Um die Beine wiederum am Draht zu befestigen, gibt es einen praktischen Trick: Die Aufnahmelöcher in den Oberschenkeln wurden mit kleinen Vinylringen gefüllt, Standardmaterial aus anderen Mecha-Kits (z. B. aus Ariis 1: 100 VF-1 Battroids oder dem Gunze Sangyo) / Aoshima Dorvack PAs), denn der Außen- UND Innendurchmesser der Ringe passt perfekt in die neue Anordnung. Mit diesem Trick konnte eine viel dynamischere und "natürlichere" Beinposition erreicht werden, auch dank der großen Füße und ihrer Gelenke des Destroid-Chassis "04", die einen stabilen Stand auch auf einem Bein erlauben. Diese Maßnahme verbessert das Modell erheblich.
Die Beine wurden ansonsten OOB genommen, nur einige kleine Styrolstücke wurden an den Vorderseiten der Unterschenkel angebracht (was einen weiteren kleinen Detailfehler des Modells verbessert), und einige Öffnungen an der Rückseite der Unterschenkel wurden mit Spachtel und Styrolfolie gefüllt. Darüber hinaus wurden auch die offenen Innenseiten der Fersen gefüllt.

Um die neuen Raketenbehälter aus den MSG-Sets zu integrieren, mussten geeignete Adapter für die Schulter gefunden werden. Da ich (etwas) faul war und versuchte, so viele Teile wie möglich aus dem Phalanx-Kit zu verwenden, entschied ich mich, ein Styrol-Rohr quer durch den gesamten Oberkörper zu verlegen, um bessere Befestigungspunkte für die neuen Teile zu erhalten. Dieses Rohr wurde so weit verlängert, dass ich die großen „Auspuffrohre“ des Phalanx von den ursprünglichen Raketenbehältern, auf das Rohr geschoben, als Schultergelenk-Abdeckungen wiederverwenden konnte. Der Durchmesser passte perfekt und dies sieht auch sehr natürlich aus. Als Träger für die neuen Raketenbehälter benutzte ich ebenfalls Styrol-Rohre, die im Durchmesser genau in das größere Rohr im Rumpf passten, so dass die neuen Quasi-Arme zumindest vertikal bewegt werden konnten.

Als Verbesserung der Feuerkraft gegenüber dem Phalanx wurden den neuen Raketen-Pods zwei Rohrwaffen hinzugefügt. Sie stammen ursprünglich aus einem Dorvack PA-36K „Berlon“-Kit, wurden jedoch erheblich angepasst, um in ihre neue Position an den Innenseiten der Pods und als Verkleidung für die neuen Schultergelenke zu passen. Dieses wird von der anderen Seite mit Teilen aus dem Phalanx-Kit (der Box, die normalerweise an den Oberschenkeln befestigt ist) bedeckt. Der Bereich dazwischen wurde dann noch mit Papiertaschentuch, das mit Weißleim getränkt wurde, verkleidet. Das Ergebnis ist ein guter visueller Übergang.




Der zentrale Rumpf stammt vom Phalanx, wurde aber geändert, um die Optik zu verändern. Auf der Rückseite werden OOB-Teile verwendet, jedoch modifiziert und auf andere Weise am Rumpf befestigt, sodass der Rücken nicht so tief ist wie beim Phalanx. Die Front erhielt ein vertikales Paar Scheinwerfer (früher Rücklaufrollen eines 1:35 Panzers, die in die Brustplatte eingesetzt wurden. Die Ausbuchtung des Cockpits zwischen den Schultern sowie die Head-Unit sind völlig neu. Die Cockpitabdeckung ist ein übrig gebliebenes Rumpfstück einer Kotobukiya-Hubschrauberdrohne; sie wurde relativ nach vorne bewegt, so dass eine Besatzung von zwei Personen plausibler erscheint. Nach hinten wurde der Bereich mit 2K-Spachtelmasse verlängert. Der neue „Kopf“  besteht hauptsächlich aus einem Spenderteil eines VT-61-Mechas „Tulcas“ (Dorvack) sowie einer kleinen Antenne für ein Tracking-Radar rechts (auch übrig von einem Dorvack-PA-36K „Berlon“ -Kit). Darauf kam dann noch ein rundes Radom zur Zielerfassung – Hauptrad-Hälften einer Matchbox PB2Y, die auf eine Halterung aus Styrolprofilen gesetzt wurde. Sieht zugegebenermaßen seltsam aus, insb. mit dieser flachen, quadratischen Kopfeinheit darunter, aber ich wollte einen einzigartigen und anderen Look, der den Nimrod von anderen kanonischen Destroid-Designs unterscheidet. Und das hat sicherlich funktioniert.










Ein abschließendes Wort noch zum Phalanx-Kit selbst: Wie bei allen anderen Destroids-Modellen ist dies im Grunde eine einfache Angelegenheit, und das Modell passt gut zusammen. Allerdings muss man mit PSR an jeder Naht rechnen, und es sind einige Verbesserungen möglich, die meiner Meinung nach die Qualität des Modells deutlich verbessern. Das Fehlen von Vinylkappen macht eine spätere Bewegung von Armen und Beinen einer heiklen Angelegenheit. Fun Fact am Rande:  es ist interessant zu sehen, dass alle Imai-Destroids mit der „04“-Basis (Phalanx, Tomahawk und Defender) zwar denselben Unterkörper haben, alle drei Kits jedoch unterschiedlich sind!
Als positives Merkmal in Bezug auf das Finish ist der Phalanx auch das einzige Kit dieses Trios, das Decals für die typischen weißen Verzierungen an den Unterschenkeln dieser Destroids enthält – bei den anderen muss man diese manuell aufpinseln, was eine fummelige Angelegenheit ist.


Bemalung und Markierungen:
Getreu dem Motto „Fiktives Modell, unauffällige Optik“ wollte dem ursprünglichen Aussehen eines typischen Macross-Destroids aus der „04“-Serie treu bleiben. Diese haben üblicherweise eine uniforme Lackierung in trüben / matten Grün-, Braun- und Ockertönen, quasi als Analogie typischer Kampfpanzer. Alles andere ist selten (mir ist nur noch ein dunkelblauer Phalanx an Bord der SDF-1 bekannt), und komplexe Tarnmuster sind AFAIK überhaupt nie zu sehen - wahrscheinlich den Kosten für die Cel-Produktion der TV-Serie geschuldet.
Infolgedessen gab ich dem Nimrod eine Gesamtlackierung in einem unscheinbaren, nicht identifizierbaren bräunlichen Ton, nämlich RAL 7008 (Khakigrau). Dieser Ton wurde z. B. auch vom deutschen Afrikakorps im Zweiten Weltkriegs verwendet, und RAL 7008 ähnelt ferner dem Ton, den moderne IDF-Fahrzeuge wie der Merkava heutzutage tragen. Da ich diesen Ton nur in einer Sprühdose zur Verfügung hatte, wurden das Modell und seine Komponenten entsprechend lackiert, mit einem zusätzlichen „Husch“ eines helleren Tones aus der Dose über die oberen Oberflächen des Modells als Schattierungsmaßnahme. Nach diesem Grundanstrich wurden die Teile mit verdünnter schwarzer Zeichentusche behandelt.






Decals stammen hauptsächlich vom OOB-Blatt sowie einigen zusätzlichen Beschriftungen, einschließlich dem "Nose Art" Motiv auf dem linken Bein (von einer WWII P-38); viele Destroids und auch Armored Valkyries scheinen solche Markierungen zu tragen. Verleiht dem Mecha jedenfalls eine persönliche Note.

Schließlich wurde das Modell vor dem Zusammenbau noch mit Hellgrau (Revell 75) trockenbemalt und mit mattem Acryllack aus der Dose versiegelt unterzogen. Als letzter Schritt wurden noch mit einem weichen Pinsel Mineralpigmente über das Modell gestaubt, insb. um die Füße und die unteren Bereiche des Mecha herum – wobei dies aufgrund der graubraunen Grundfarbe kaum auffällt.
















Ein relativ einfaches Konvertierungsprojekt, das sich allmählich entwickelte - aber mit einem positiven Ergebnis nach einigen Drehungen und Wendungen. Der fiktive Destroid Nimrod erwies sich dank der guten Spenderteile als glaubwürdiger als erwartet, und die einfache Lackierung trägt sicherlich auch zum „Realismus“ des Designs im Macross-Universum bei. Auch wenn das Ding immer noch seltsam aussieht - aber nicht schlechter als die anderen kanonischen Destroids aus der Original-TV-Serie!

Beauty-Pics und ein passender Hintergrund finden sich in der öffentlichen Galerie: http://www.phoxim.de/forum/index.php?topic=41879.0